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EINLEITUNG
 

Mit der Reise auf der See, wo das Wasser tief ist, beginnt die größte Gefahr für das Schiff, vor allem ist es aber in der Nähe der heimtückischen Tiefen, Riffen und Sandbänken besonders gefährlich. Zahlreiche Schiffe, oft mit einer kostbaren Ladung, wurden zu Opfern dieser Gefahren, und Tausende der Seeleute sind ums Leben gekommen.

Bis zu heutigen Zeiten war und ist die häufigste Ursache der Unfälle keine richtige Lokalisierung der fahrenden Schiffe. Seit den Anfängen der Schiffahrten haben sich die Menschen deshalb bemüht, jeden am Meeresufer befindlichen Gegenstand zu bestimmen, der bei der Suche und Erkennung der korrekten Richtung behilflich sein konnte. In der Nacht waren es vor allem gut sichtbare Lichtzeichen.

Pharos

Schon im altertümlichen Ägypten zündeten die Priester am Meeresufer die ersten Lichter an, die den Seglern den Weg zeigten. Es ist zu vermuten, daß man das erste Feuer nur dann anzündete, wenn man ein Schiff erwartete. Es gibt eine aus dem Jahr 600 v. Chr. stammende Notiz, die einen Leuchtturm in Sigeum - gegenwärtig Inchisari - Landzunge in der Türkei - beschreibt. Die ersten festen Lichter, über die wir schon mit Sicherheit wissen, daß sie existierten, sind Feuerstellen am Eingang von Pi-räus - einem antiken Athenhafen, die dort gegen 400 v. Chr. plaziert wurden. Sie brannten an speziell zu diesem Zweck gebauten Säulen. Ähnliche Feuerstellen haben auch in Munychien gebrannt.

Der älteste bekannte Leuchtturm ist der durch Ägypter 300 v. Chr. gebaute Leuchtturm in der Nil - Delta, auf der Insel Pharos in Alexandria, einem Verkehrszentrum zwischen dem Osten und dem Westen. Der Leuchtturm war ein monumentales Gebäude mit der für diese Zeiten erstaunlichen Höhe von 100 m. Sein Bau dauerte 17 Jahre lang und sein Erbauer war Sostratos von Knidos. Auf Menschen aller Zeiten mußte dieses hervorragende Bauwerk einen großen Eindruck machen, weil sie "Pharos" zu den "Sieben Weltwundern" gezählt haben. Während des Erdbebens um 1600 n. Chr. ist der Leuchtturm eingestürzt.

In den romanischen Sprachen hat er als sein Erbe seinen Namen für die Bezeichnung von Etwas, was "später kommt", überlassen, im Französischen als "phare", im Italienischen, im Spanischen und im Portugiesischem als "faro".

Eine genaue Beschreibung dieses Leuchtturmes haben uns arabische Schriftsteller und Geographen hinterlassen: Abu Abdallach Mohamed el Edrisi, der in den Jahren 1099-1164 lebte, Albufeda (1273-1331) und Ibn Battuta, der 1349 den Leuchtturm schon "sehr verdorben sah, so daß man weder hineingehen noch an die Tür gelangen konnte". Bis heute ist von dem Leuchtturm nichts übrig geblieben, es gibt keine einzige Spur der Trümmer.

Die ältesten Leuchttürme in Westeuropa wurden durch die Römer in Dover in England und in Boulogne-sur-Mer im 1. Jahrhundert n. Chr. gebaut. In diesen Zeiten gab es schon berühmte Leuchttürme in Ostia und Centum Cellae (gegenwärtig Civita Vecchia). Durch den Zerfall des römischen Weltreichs wurde die Entwicklung der Schiffahrt gehemmt. Dies verursachte auch, daß viele Leuchttürme für viele Jahrhunderte gelöscht wurden.

Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. erschienen Leuchttürme wieder an den Küsten. Zu den ältesten gehört der Leuchtturm in Cordouan, der wahrscheinlich auf Befehl von Karl dem Größen gebaut wurde. Auch an der Ostsee, im slawischen Wolin, wurde das Licht eines Leuchtturmes, hier "Topf des Vulkans" genannt, angezündet. Es geschah im 10. Jahrhundert n. Chr. Seit Anfang des zweiten Jahrtausends n. Chr. zeigten die Lichter der Leuchttürme den Seglern immer häufiger den Weg. Damals wurden Leuchttürme in Genua, Falsterbo, Travemünde gebaut. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts leuchteten im Bereich der Ostsee, der Nordsee und des atlantischem Ozeans sieben Leuchttürme.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts, gab es schon an allen wichtigsten Schiffahrtsstraßen Lichter der Leuchttürme. Bis zur Hälfte unseres Jahrhunderts gab es schon ein paar Tausend Leuchttürme.

Die älteste Lichtquelle war Holz. Erst im Mittelalter, als man die Herstellung von Glas beherrschte, wurde Holz durch Wachskerzen (dann durch Talg- und Stearinkerzen) verdrängt. In dieser Zeit wurde auch Steinkohle als Lichtquelle benutzt. Die ersten Leuchttürme, wo Lichtquelle Pflanzen- und Mineralöl waren, wurden um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts angezündet. Kurz darauf wurden auch Kohlengas und Propan verwendet. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat man versucht, Strom als Lichtquelle in den Leuchttürmen anzuwenden. Diese letzte Quelle erwies sich als die effektivste Quelle. Nach Verbesserungen wird sie bis heute angewendet.

So wie in alten Zeiten spielen Leuchttürme auch in den Zeiten der Satelitennavigation bei der Navigation und bei der Schiffahrtssicherheit eine wichtige Rolle. Sie sind auch feste Denkmäler der Geschichte und Technik und sind wegen des einmaligen Charakters ein wichtiges Tourismuselement, das eine große Ladung der Seeromantik beinhaltet.

An der polnischen Küste befinden sich 15 Leuchttürme und an der Westküste gibt es 6 Leuchttürme. Vom Westen gezählt sind es: Swinoujscie (Swinemünde), Kikut bei Wiselka, Niechorze, Kolobrzeg (Kolberg), G±ski, Darlowo. Alle diesen Leuchttürme unterliegen dem Seeamt in Szczecin. Bei ihrer Instandhaltung und Renovierung wie auch der Freigabe für Besucherbesichtigung ist der 1996 beim Seeamt in Szczecin entstandene Verein der Leuchtturmfreunde behilflich.

Die Herausgeber dieses Albums möchten auf diese Art und Weise dazu beitragen, Ziele der Vereinsleitung zu verbreiten und ihre Tätigkeit zu unterstützen, wobei ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf für den Verein der Leuchtturm freunde überwiesen wird. Lieber Leser, wenn Sie also dieses Album kaufen, werden Sie nicht nur Leuchttürme der Westküste kennenlernen, sondern auch bei ihrer Instandhaltung und Freigabe für Besucherbesichtigung mithelfen.


design: rajchowiak.com